"Wir sitzen alle in einem Boot"

Lange haben wir überlegt, ob wir noch einen Text schreiben wollen über die Krankheit Morbus Parkinson, über mögliche Ursachen, Verläufe und Auswirkungen. Doch gibt es bereits so viele Veröffentlichungen aus medizinischer und therapeutischer Sicht, dass wir an dieser Stelle lieber auf die guten und ausführlichen Erklärungen der Deutschen Parkinsonvereinigung verweisen: www.parkinson-vereinigung.de/die-krankheit

Jeder Parkinson ist anders

Eines vorweg: man kommt nicht umhin, jeden Tag gewissenhaft Medikamente nehmen zu müssen. Zur klassischen pharmakologischen Therapie gehört die Gabe von L-Dopa. Die auf die jeweiligen und sehr individuellen Bedürfnisse der allein in Deutschland rund 250.000 Erkrankte abgestimmten Dopamingaben werden häufig als Kombinationspräparat verschrieben, um die Wirkstoff-Aufnahme im Körper besser steuern zu können. Die richtige Medikamentierung ist ein langwieriger Erfahrungsprozess, da jeder Betroffene seinen eigenen Parkinson hat. Es gibt so viele unterschiedliche Krankheitsbilder und –verläufe wie es Betroffene gibt. Im weiteren Verlauf der Krankheit müssen die Medikamente und ihre Dosierungen immer wieder angepasst werden.

Auch gegen die häufigen Begleiterscheinungen des Parkinsons und/oder der Medikamente (Schwindel, Halluzinationen, Unruhe, Depressionen) gibt es Arzneien.

Ohne Medikamente geht es nicht –
aber sie sind nicht alles

Dank der medizinischen Fortschritte ist man heute dieser Krankheit nicht mehr so hilflos ausgeliefert wir früher. Neben den medizinischen Therapien, die vorwiegend aus Dopamin-Gaben bestehen, haben sich unterstützende Therapieverfahren bewährt, die entweder den Bewegungsablauf optimieren, wie zum Beispiel Physiotherapie und Ergotherapie oder die helfen, das Sprechvermögen zu erhalten wie Logopädie.

Und natürlich gilt auch hier generell: eine abwechslungsreiche Ernährung, viel Bewegung und ein positives Umfeld haben einen grundsätzlich unterstützend heilenden Effekt auf Körper und Seele.

Herr Parkinson hat frei

Trotz der Krankheit, die einen im Alltag stark einschränkt, muss man nicht auf Aktivität, Kreativität und Lebensfreude verzichten. Ganz besonders hinweisen möchten wir deswegen auf die oben genannte Ansätze ergänzende Therapien.

Insbesondere gegen die den Parkinson begleitenden Symptome, zum Beispiel Depressionen, Ängste, Antriebslosigkeit u.v.m., helfen künstlerisch aktivierende Verfahren wie Malen, Singen, Spielen, Tanzen mit Gleichgesinnten. Dann darf die Hand beim Malen zittern, dann dürfen die Bewegungen beim Tanzen eckig sein. Was zählt ist das Miteinander, die Freude und das Lachen. Dann können wir den Parkinson auch ruhig mal vergessen.

Über die Termine der Projektwochen- oder Wochenenden künstlerisch aktivierender Verfahren halten wir sie gern auf dem Laufenden. Bitte sprechen sie uns an.

Wenn es uns gut geht mit und trotz der Krankheit, wenn wir nach einer Veranstaltung den Rollator aus Versehen ganz vergessen - dann hat Herr Parkinson auch mal frei.

"Ich bin ja gar nicht allein"